Begründet Glauben

Begründet Glauben

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00:00:01:

00:00:09: Herzlich willkommen

00:00:10: zu einer neuen

00:00:11: Episode des

00:00:11: Bekundet Glauben

00:00:12: Podcasts.

00:00:13: Wir sind überzeugt, dass Glaube unserem Leben

00:00:16: Sinn gibt

00:00:17: und das Glaube auch logisch Sinn ergibt!

00:00:20: Die heutige Episode ist eine Kooperation mit dem Glaube-ist-fragwürdig-Podcast – wir wünschen gute Inspiration!

00:00:35: Hallo und herzlich Willkommen zur.

00:00:37: Glaube ist fragwürdig!

00:00:38: Heute haben wir ein ganz besonderes Paket für euch geschnürt Denn wir veröffentlichen unser ausführliches Interview mit der renommierten Klimawissenschaftlerin Catherine Hayhoe einmal in voller Länge im englischen Original.

00:00:53: Aber weil wir dieses Thema so unglaublich wichtig finden, würden wir gerne sicher gehen dass die Kernaussagen auch bei allen ankommen und deswegen diese zweite spezielle Folge auf Deutsch Denn hier haben wir für euch die wichtigsten Inhalte des Gesprächs in einer kompakten, dreißigminütigen Episode zusammengefasst.

00:01:13: Also perfekt für alle, die die zentralen Botschaften ohne Sprachbarriere oder einfach nur in kürzerer Zeit aufnehmen möchten!

00:01:20: Ihr habt also die Wahl das komplette Interview auf Englisch oder die wichtigste Erkenntnisse hier auf Deutsch.

00:01:27: Sucht euch einfach aus was euch am besten passt.

00:01:30: viel Spaß beim hören.

00:01:39: Ich freue mich dass Sie mit mir über das Thema Klimawandel nachdenken möchten.

00:01:44: Ein Thema, das uns alle betrifft und dessen Komplexität kaum zu überschätzen ist.

00:01:50: Bevor wir in die inhaltlichen Details einsteigen möchte ich mich kurz vorstellen.

00:01:55: Mein Name ist Catherine Hayhoe.

00:01:58: Ich wurde in Toronto Canada geboren Und habe mein Leben der Erforschung des Klimawandels gewidmet!

00:02:04: Ich bin Professorin an der Texas Tech University und übelt die Funktion der Chief Scientist bei der Nature Conservancy aus, einer globalen Organisation, die sich intensiv mit Klima- und Biodiversität befasst.

00:02:18: Darüber hinaus bin ich Leitende Autorin des US National Climate Assessment – einem der maßgeblichsten Berichte zu klimatischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten.

00:02:30: Für meine Arbeit und meine Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge in verständliche Narrative zu übersetzen wurde ich unter anderem von Time-Magazin als eine der hundert Einflussreichsten Personen benannt.

00:02:45: Und erhielt Auszeichnungen wie den Steven Schneider Award for Climate Communication sowie den UN Champion For The Earth Award.

00:02:55: Vor wenigen Jahren schrieb ich das Buch Saving Us the climate scientist's case for hope and healing in a divided world, indem ich als Wissenschaftlerin aber auch als überzeugte Christin Wege aufzeige wie wir angesichts der Klimakrise Hoffnung schöpfen und handeln können.

00:03:14: Vor einigen Jahren verbreitete ein Tweet unter anderem von Barack Obama die Information dass siebenundneunzig Prozent der Wissenschaftler der Meinung sein das der Klimawandel real menschengemacht.

00:03:28: Heute wissen wir, dass diese Zahl sogar über neunundneinzig Prozent liegt.

00:03:32: Ich kenne persönlich Tausende von Fachkollegen und wenn es um die grundlegende Frage geht ob sich das Klima ändert, ob der Mensch dafür verantwortlich ist und ob die Folgen ernst sind, kenne ich bloß weniger als fünf Wissenschaftler, die etwas anderes behaupten würden.

00:03:50: Um diesen Punkt zu verdeutlichen, habe ich vor einigen Jahren gemeinsam mit meinem Kollegen Rasmus Benestath siebenunddreißig wissenschaftliche Studien aus den letzten zehn bis fünfzehn Jahren überprüft.

00:04:03: Die behaupteten dass das Klima sich nicht verändert der Mensch nicht verantwortlich sei oder dass die Folgen nicht gravierend sein.

00:04:12: In jeder dieser Arbeiten fanden wir mindestens einen Fehler.

00:04:16: Manchmal handelte es sich um mathematische oder statistische Fehler.

00:04:21: Manchmal wurden wesentliche Datensätze nicht berücksichtigt, oder es erfolgte eine selektive Nutzung jener Daten die ein gewünschtes Ergebnis bestätigen sollten.

00:04:31: Wurde dieser Fehler aber korrigiert fügen sich alle Ergebnisse nahtlos in das Bild von Millionen anderer Studien ein.

00:04:38: Das Klima ändert sich der Mensch ist der Hauptverursacher und die Auswirkungen sind sehr ernst.

00:04:45: Ein weiteres Thema, das oft diskutiert wird sind die natürlichen Faktoren, die das Klima beeinflussen.

00:04:53: Wie die Sonnenaktivität, ozeanische Zyklen, Vulkanausbrüche oder sogar interne Zyklen im Klimasystem wie man sie sich als Wippe- oder Schaukel zwischen Ozean und Atmosphäre vorstellen kann.

00:05:07: Was viele dabei nicht wissen?

00:05:10: Wir Klimawissenschaftler verbringen noch mehr Zeit damit, die natürlichen Ursachen des Klimawandels zu studieren als die menschlichen Einflüsse.

00:05:19: Denn natürliche Prozesse sind äußerst komplex und aus wissenschaftlicher Sicht besonders faszinierend.

00:05:26: Es ist unbestritten dass sich die Erdtemperatur in der Vergangenheit mehrfach erhöht und gesenkt hat.

00:05:33: es gab immer wärmere und kühlere Perioden die primär durch natürliche Faktoren bedingt waren.

00:05:40: Doch wenn wir uns die heutige Erwärmung anschauen, gehen wir – ähnlich wie ein Arzt der bei Fieber nicht sofort eine Diagnose stellt sondern alle möglichen Ursachen abklärt.

00:05:51: Systematisch alle bekannten Einflussgrößen durch!

00:05:57: So wissen wir beispielsweise dass die Sonnenenergie in den letzten fünfzig Jahren leicht abgenommen hat.

00:06:04: Würde allein die Sonne wirken müssten wir eigentlich eine Abkühlung beobachten?

00:06:10: Auch die orbitalen Zyklen, die uns in eine Phase führten, in der wir eigentlich in ein weiteres Eiszeitalter hätten eintreten sollen, passen nicht zu der aktuellen beschleunigten Erwärmung.

00:06:23: Ebenso können Vulkanausbrüche die kurzfristig für eine Abkühlung sorgen weil sie Aerosole in die Atmosphäre freisetzen und nicht den langanhaltenden Temperaturanstieg erklären.

00:06:36: Hier mal einen hoffentlich anschaulichen Vergleich.

00:06:40: Denken Sie an einen großen Vulkanausbruch, der das Sonnenlicht für Wochen oder gar ein Jahr teilweise zurück ins All reflektiert.

00:06:48: Sodass die Temperaturen sinken?

00:06:51: So wirkt ein Vulkenausbruchs kurzfristig doch unser heutiger Trend ist das Gegenteil.

00:06:55: Daraus folgt wenn all diese natürlichen Faktoren eigentlich für eine Abkühlung sprechen dann muss der gesamte beobachtete Temperaturanstieg ausschließlich durch menschliche Aktivitäten bedingt sein.

00:07:10: Man könnte sogar sagen, der menschliche Einfluss macht in gewisser Weise mehr als hundert Prozent des Erwärmungseffekts aus.

00:07:20: Weil er den natürlichen Kühleffekt nicht nur ausgleicht sondern sogar darüber hinaus einen zusätzlichen Anstieg verursacht.

00:07:28: Es mag einwenden es könnte noch ein unbekannter natürlicher Faktor existieren den wir bislang nicht kennen.

00:07:37: Vor etwa zwanzig Jahren fragte mein Kollege Bruce Anderson von der Boston University, ob es einen solchen unbekannten Faktor geben könnte.

00:07:46: Aber wir wissen heute sehr genau!

00:07:49: Seit den Achtzehnhundertfünfzigern steigen die Konzentrationen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan kontinuierlich an – und das ist untrennbar mit menschlichen Aktivitäten wie dem Abbau und der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl sowie Veränderung der Landnutzung verbunden.

00:08:07: Stellen Sie sich vor, jemand legt Ihnen heimlich eine zusätzliche Decke über wenn sie schlafen gehen!

00:08:14: Auch wenn Sie das zunächst nicht bemerken würden Sie bald feststellen dass es ihnen zu warm wird.

00:08:20: Genauso verhält es sich mit unserer Erde die eine immer dickere Decke aus Treibhausgasen erhält.

00:08:28: Ein weiteres oft angesprochenes Argument ist, dass die Erde in ihrer langen Geschichte bereits Perioden mit deutlich höheren Temperaturen erlebt hat.

00:08:38: Doch hier liegt der entscheidende Unterschied nicht in der absoluten Temperatur sondern in der Geschwindigkeit der Veränderung.

00:08:46: In der Vergangenheit verlief die Erwärmung – das schnellste bekannte Beispiel liegt etwa fünfundfünfzig Millionen Jahre zurück um ein Vielfaches langsamer als heute!

00:08:56: Unsere Zivilisation, die sich erst vor etwa sechstausend bis achttausend Jahren entwickelte und in dieser Zeit ein nahezu stabiles Klima erlebte vergleichbar mit der konstanten Temperatur des menschlichen Körpers sieht sich nun einem Anstieg von aktuell etwa eins Komma drei Grad gegenüber.

00:09:14: Der ohne signifikante Maßnahmen in Eins Komma fünf grad münden könnte.

00:09:19: Stellen Sie sich vor Ihre Körpertemperatur würde um Eins Kommaa Fünf Grad steigen.

00:09:26: Das wäre ein deutliches Zeichen für Fieber, das sofort behandelt werden müsste.

00:09:31: So verhält es sich auch mit unserem Planeten.

00:09:34: Dieses Fiebers hat bereits heute gravierende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft – die Nahrungsmittelproduktion, die Wasserversorgung, die öffentliche Gesundheit und die Infrastruktur.

00:09:45: Warum also beziehen sich die meisten Klimastudien wie auch Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change Kurz IPCC, vor allem auf die letzten einhundertfünfzig Jahre?

00:09:57: Es gibt drei Hauptgründe.

00:09:59: Erstens interessiert uns v.a.

00:10:02: der menschengemachte Wandel – zwar begannen die Menschen schon mit der Rodung von Wäldern und der Entwicklung der Landwirtschaft.

00:10:09: Doch diese frühen Veränderungen waren relativ gering und wirkten stabilisierend, indem sie die natürlichen orbitalen Zyklen ausgleich.

00:10:19: Erst mit der industriellen Revolution im neunzehnten Jahrhundert, als der massive Verbrauch von Kohle-, Gas- und Öl einsetzte, nahm der menschliche Einfluss so stark zu, dass ein deutlicher Temperaturanstieg zu beobachten war.

00:10:36: Zweitens verfügen wir ab etwa achtzehnhundertfünfzig über direkte globale Temperaturaufzeichnungen – also Daten von Thermometern.

00:10:46: Während frühere Zeiten nur über indirekte sogenannte Proxidaten wie Baumringe, Eisbohrkerne oder Sedimentschichten belegt sind.

00:10:57: Und drittens hat sich unsere Gesellschaft in den letzten hundertfünfzig Jahren in einem Ausmaß entwickelt das direkt mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verknüpft ist – von der Industrie über die Wirtschaft bis hin zu globalvernetzten Versorgungsketten!

00:11:15: Es geht also nicht primär darum, den Planeten zu retten.

00:11:18: Die Erde wird auch ohne uns weiter bestehen!

00:11:22: Es geht doch darum, uns selbst und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu bewahren.

00:11:28: Und was mir leider immer häufiger auffällt in der Diskussion um den Klimawandel wird auf beiden Seiten mit Angst gearbeitet.

00:11:37: Einerseits hören wir Stimmen, die verkünden dass wir alle bald zugrunde gehen werden Und die andere Seite des Pols argumentiert damit, dass die vorgeschlagenen Lösungen schlimmer sein als das Problem selbst.

00:11:50: Elektrofahrzeuge seien zum Beispiel schlechter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren oder der Umstieg auf saubere Energie führe zu enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen.

00:12:04: Dabei wird häufig angeführt, dass das Verbrennen fossiler Brennstoffe so viel Luftverschmutzung verursache, dass fast neun Millionen Menschen pro Jahr vorzeitig sterben.

00:12:17: Vor etwa zehn Jahren führte meine Kollegin Naomi Oreskes eine Studie durch in der sie dreißig Jahre Klimaprojektionen mit der tatsächlichen Entwicklung verglichen.

00:12:27: Das Ergebnis war das Wissenschaftler und insbesondere große Berichte wie die des IPCC systematisch dazu tendierten, die schlimmsten Szenarien zu unterschätzen.

00:12:39: Naomi prägte dafür den Begriff Airing on the Side of Lease Drama was verdeutlicht dass die tatsächliche Entwicklung noch dramatischer ausfallen könnte als in den offiziellen Prognosen dargestellt wird.

00:12:51: Ein weiteres oft diskutiertes Thema betrifft die globale Verantwortung.

00:12:56: Deutschland oder Kanada sind für rund zwei Prozent der globalen Emissionen verantwortlich.

00:13:02: Aber selbst dann, wenn Sie nur einen kleinen prozentualen Anteil beitragen können sie sich nicht hinter isolierten Mauern verstecken Denn unsere Atmosphäre ist ein globales Gut.

00:13:15: Selbst wenn man sich in einer isolierten Blase befinden könnte wirkt die Realität anders.

00:13:20: Unsere Wirtschaft, Technologie und Politik sind international vernetzt.

00:13:25: So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Kanada beispielsweise weltweit auf Platz neun liegt und Deutschland in vergleichbaren Ranglisten ebenfalls hoch eingestuft wird.

00:13:37: Ein aktuelles Beispiel – kaum war Donald Trump als US-Präsident im Amt kündigte er an eine bestehende Politik zur Förderung von Elektrofahrzeugen zurückzunehmen.

00:13:49: Obwohl in China bereits mehr als fünfzig Prozent der Neuwagen elektrisch betrieben werden!

00:13:55: und im vergangenen Jahr mehr Solaranlagen installiert wurden als jemals zuvor in der gesamten Geschichte der USA.

00:14:04: Auch in Texas, das oft als Symbol des Widerstands gegen Klimaschutz genannt wird, entsteht heute viel Wind-und Solarenergie – gerade hier werden innovative Lösungen wie Batterielagerung, unterirdische Energiespeicherung und sogar Geothermie vorangetrieben!

00:14:23: Ein besonders anschauliches Bild, das ich immer gerne verwende ist das eines Schwimmbäckens.

00:14:30: Stellen Sie sich vor der Wasserstand in diesem Becken entspricht dem Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre.

00:14:38: zu Beginn der industriellen Revolution stecken wir einen Schlauch in dieses Becken und ließen kontinuierlich Wasser also Treibhausgase hinein laufen.

00:14:48: mit jedem Jahr indem wird den schlauch weiter aufdrehen steigt der Wasser stand schneller an.

00:14:54: Um diesen Anstieg zu stoppen, müssen wir einerseits den Zufluss unserer Emissionen verringern und andererseits den Abfluss die natürlichen Senken wie Wälder, Böden und Ozeane verstärken.

00:15:08: Sobald ein Wendepunkt erreicht wird was sich in einigen Bereichen bereits abzeichnet können Kipefekte einsetzen sowohl im physischen Klimasystem etwa in achtzehn Jahren der Meereszirkulation als auch in der Gesellschaft, wenn beispielsweise der Umstieg auf Elektrofahrzeuge in Ländern wie Norwegen oder China rasant voranschreitet.

00:15:28: Ein zentraler Aspekt in meinen Zukunftsprojektionen ist dass die größte Unsicherheit nicht in den Computermodellen selbst liegt sondern in den Entscheidungen, die wir in den nächsten zehn Jahren treffen.

00:15:43: Kurzfristig spielt die natürliche Variabilität Man kann sich das vorstellen, wie das auf und ab einer Wippe zwischen Ozean und Atmosphäre eine Rolle.

00:15:54: Doch langfristig bestimmen unsere politischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen den weiteren Klimaverlauf.

00:16:02: Das bedeutet was wir heute tun hat direkten Einfluss darauf wie sich das Klima in unserer Lebenszeit entwickeln wird.

00:16:11: Die Datenbasis auf die wir uns stützen ist überwältigend Vielfältig.

00:16:17: Neben klassischen Wetterstationen, die kontinuierlich Parameter wie Temperatur-, Luftfeuchtigkeit-, Windgeschwindigkeit- und Niederschlagmessen nutzen wir Bohlen im Ozean, die als schwimmende Wetterstationen fungieren sowie Satelliten, die rund um die Uhr globale Daten liefern vor allem aus Regionen in denen bodengestützte Messstationen rar sind.

00:16:39: Ergänzt wird dies durch spezielle Flugzeugkampagnen bei denen beispielsweise direkt inmitten eines Hurricans präzise Messungen vorgenommen werden.

00:16:49: Darüber hinaus greifen wir auf historische Daten zurück, wie Baumringe, Eisbohrkerne, Sedimentschichten und sogar alte Aufzeichnungen die dokumentieren wann Flüsse gefroren waren, wann Weinberge geerntet wurden oder wie Gletscher einst aussahen – manchmal sogar anhand alter Gemälde, an denen wir den Rückgang der Eismassen messen können.

00:17:11: Weltweit arbeiten über vierzehgroße Klimamodelle, die im Rahmen des Coupled Model Intercomparison Project alle fünf bis sechs Jahre unter exakt denselben Szenarien rechnen.

00:17:24: Diese Szenare basieren auf Annahmen zu den verwendeten Energiequellen-, politischen Maßnahmen- und Bevölkerungszahlen.

00:17:31: Dank solcher Projekte kann das IPCC Aussagekräftige Zusammenfassungen und Grafiken erstellen, Solche Daten finden Sie etwa in den Archiven der NASA oder auf dem Climate at a Glance Portal, der NO und auf meiner eigenen Website CatherineHayhoe.com stelle ich in zahlreichen FAQs und weiterführenden Links den Zugang zu diesen Informationen bereit.

00:18:02: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch dass nicht alle Prognosen falsch waren.

00:18:08: In den nineteenhundertsechzig Jahren wurde oft von einer globalen Abkühlung gesprochen.

00:18:15: Betrachtet man aber die Studien aus den Jahren nineteenhundert fünfundsechzig bis neunzehnhundertneinundsiebzig, so prognostizierten zweiundsechtzig Prozent der Untersuchungen eine Erwärmung?

00:18:28: Achtundzwanzig Prozent waren unentschlossen und lediglich zehn Prozent sagten eine Abkühlung voraus!

00:18:37: Selbst die wenigen Studien, die von einer Abkühlung ausgingen enthielten Fehler, die bei Korrektur ebenfalls eine Erwärmung belegen würden.

00:18:47: Damit war der Trend zur Erwährmung schon damals eindeutig erkennbar und heute stützen sich über ninety-neinzig Prozent der wissenschaftlichen Arbeiten auf diese Erkenntnis.

00:18:57: Neben diesen technischen und datenbasierten Argumenten spielen natürlich auch politische und ideologische Faktoren eine wichtige Rolle – ja?

00:19:08: Es gibt prominente Stimmen, wie die der Klimaforscher Richard Linsen John Christie oder Judith Curry, die behaupten, der Klimawandel sei nichts Dringliches.

00:19:18: Aber ich hatte das vorhin schon einmal erwähnt – diese Anzahl an Leuten aus der wissenschaftlichen Community, die das behaupteten, lassen sich problemlos an einer Hand abzählen!

00:19:29: Meine Untersuchungen ergaben dass in all diesen Fällen politische Ideologien den wissenschaftischen Argumenten zugrunde liegen.

00:19:38: Es gibt bei allem fünf zentrale Kategorien von Ausreden.

00:19:43: Erstens, der Klimawandel sei nicht real.

00:19:46: Zweitens, er sei nicht menschengemacht.

00:19:50: Drittens, er sein nicht schädlich – manchmal wird sogar behauptet ein wärmeres Klima sei wünschenswert wie es etwa in Teilen Nordamerikas als angenehm empfunden wird.

00:20:00: Viertens die vorgeschlagenen Lösungen seien unwirksam oder zu teuer und es sei besser einfach so weiterzumachen wie bisher.

00:20:09: Und fünftens, er sei bereits zu spät um noch etwas zu ändern.

00:20:15: Diese Argumente haben alle das gemeinsame Ziel ein Handeln zu verhindern.

00:20:22: Interessanterweise ergab eine globale Umfrage, dass zwar etwa achtundsiebzig Prozent der Menschen weltweit Wissenschaftlern vertrauen und wünschen, dass diese ihre Forschungsergebnisse öffentlich teilen.

00:20:35: Die Zustimmung sinkt aber drastisch, wenn gefragt wird ob Wissenschaftler sich aktiv in politische Entscheidungsprozesse einmischen sollten.

00:20:44: Ein Thermometer also ein Instrument das objektiv die Temperatur misst und es ist ihm egal welche Partei man gut findet liefert immer denselben Wert.

00:20:56: Ob der Klimawandel real und gefährlich ist, ist rein wissenschaftlich zu beantworten, während die Frage nach den besten Lösungen immer Raum für unterschiedliche regionale und politische Ansätze lässt.

00:21:08: Deshalb brauchen wir nicht nur Wissenschaftler sondern auch Ingenieure, Ökonomen, Juristen, Mediziner und vor allem Politiker, die in leidenschaftlichen Debatten die besten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels erörtern so dass wir als Gesellschaft die Möglichkeit haben, für die beste Lösung zu stimmen.

00:21:28: Und zum Abschluss möchte ich noch eine Verbindung ansprechen, die für mich persönlich wahnsinnig wichtig ist – Die Verbindung von Wissenschaft und Glauben!

00:21:39: In den USA begegnet man häufig dem Vorurteil, das evangelikale Christen den Klimawandel leugnen.

00:21:47: Meine persönliche Erfahrung als Evangelikale Christian zeigt aber etwas anderes wuchs ich in einem Umfeld auf, indem der Klimawandel als Selbstverständlichkeit.

00:21:59: Erst als ich in die USA zog stellte ich fest das viele dort lebende Christenden-Klimawandel leugnen und wenn ich dann in Ländern wie Frankreich Deutschland Irland oder Korea auf Christen traf die skeptisch waren fragte ich sie woher Sie diese Informationen hätten?

00:22:16: Fast immer war die Antwort aus amerikanischen Quellen.

00:22:21: Ein Kollege in Frankreich, der für eine christliche Naturschutzorganisation arbeitet konnte sogar nachweisen dass sämtliche Schriften Bücher und Reden die in evangelikalen Kreisen in Frankreich verbreitet werden ihren Ursprung in den USA haben.

00:22:38: Außerdem hat der Soziologe John Evans vor etwa fünfzehn Jahren gezeigt das es nicht der regelmäßige Kirchenbesuch ist der den Blick auf den Klimawandel formt sondern die politische Ideologie.

00:22:51: Tatsächlich geht heute in den USA etwa vierzig Prozent der Menschen, die sich als Evangelikal bezeichnen nicht regelmäßig in die Kirche.

00:23:00: Sie beziehen ihre Informationen über Fernsehen, soziale Medien oder politische Sprecher und nicht direkt aus der Bibel.

00:23:09: Für mich persönlich ist der Klimawandel aber viel mehr als eine wissenschaftliche Frage – er isst auch eine Frage der nächsten Liebe!

00:23:19: Die Bibel lehrt uns, dass wir die Schöpfung bewahren sollen oder weist auch in der Offenbarung darauf hin das Gott, die bestrafen wird, die die Erde zerstören.

00:23:29: Genau deshalb bin ich Klimawissenschaftlerin weil ich als Christian fest daran glaube, dass es im Kern ein Versagen der Nächstenliebe ist wenn wir den Klimawandel nicht bekämpfen.

00:23:42: In meinem Vortrag vor Zehntausend evangelikalen Führungskräften auf dem Lausanne-Kongress erklärte ich, dass wenn wir wirklich danach streben unsere Mitmenschen zu lieben – insbesondere die Schwächsten und am meisten Benachteiligten?

00:23:59: Wir an vorderster Front für Klimaschutz eintreten sollten.

00:24:03: Ein oft zitierter Satz von mir ist Jesus sollte das Zentrum meines Lebens sein!

00:24:10: Zugegeben, ich erinnere mich nicht mehr genau wann ich diesen Satz formulierte.

00:24:15: Aber er fasst meine Überzeugung zusammen!

00:24:18: Wir sind als neue Geschöpfe berufen mit einem neuen Herzen zu leben das von Liebe geprägt ist und diese Liebe soll sich in unserem Handel zeigen gerade auch im Kampf gegen den Klimawandel.

00:24:31: Und gerade als Christian ist es mir deshalb auch ein besonderes Anliegen Über Hoffnung sprechen.

00:24:38: Ein Thema, das in mitten all der düsteren Nachrichten zu oft vernachlässigt wird.

00:24:44: Zwei meiner liebsten Bibelferse helfen mir hier!

00:24:47: Im zweiten Timothius-Brief heißt es, dass uns Gott keinen Geist der Furcht gegeben hat sondern einen Geist, der Kraft, der Liebe und eines besonnenen Handelns.

00:24:57: Diese Worte erinnern uns daran, dass wir nicht in Angst erstarren dürfen, sondern die Kraft besitzen aktiv zu werden Und im Brief an die Römer lesen wir, dass aus Leidenausdauer, aus Ausdauer Charakter und aus Charakter Hoffnung erwächst.

00:25:14: Diese Hoffnung gründet sich nicht auf Regierungen, Politiker oder Systeme sondern auf Gott – und sie ist eine Praxis, die wir täglich trainieren müssen!

00:25:25: Ich persönlich übe diese Hoffnung indem ich aktiv nach positiven Entwicklungen Ausschau halte Zum Beispiel in meinem wöchentlichen Newsletter Talking Climate, indem ich Berichte über Städte wie Chicago, Vancouver oder Adelaide vorstelle die bereits vollständig mit sauberer Energie versorgt werden.

00:25:44: Oder über innovative Projekt in Finnland wo etwa die größte Sandbatterie der Welt betrieben wird und in unterirdischen Höhlen Wärme gespeichert wird.

00:25:54: Ebenso berichte ich über spezielle Fonds die kleinen Unternehmen grüne Geschäftskredite ermöglichen Denn wenn wir nicht daran glauben, dass unser Handeln etwas verändern kann werden wir letztlich untätig bleiben und Untätigkeit ist der größte Feind in diesem Kampf um unsere Zukunft.

00:26:11: Und ich will es am Ende gerne nochmal betonen!

00:26:15: Der Klimawandel ist eine vielschichtige Krise die alle Bereiche unseres Lebens berührt von den überwältigenden wissenschaftlichen Fakten, dem natürlichen und menschengemachten Ursachen die politischen und ideologischen Herausforderungen bis hin zur moralischen Verantwortung, die wir alle tragen.

00:26:36: Es geht nicht darum den Planeten zu retten – Die Erde wird auch ohne uns weiterbestehen!

00:26:42: Es geht darum, unsere Gesellschafts- und Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen vor den gravierenden Folgen des Klimawandels zu schützen.

00:26:53: Unsere Entscheidungen von heute bestimmen ob wir in einer Welt leben in der wir als Gemeinschaft gedeihen können oder ob wir die Konsequenzen unseres Handelns zu spüren bekommen.

00:27:03: Okay, ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe dass dieser umfassende Vortrag Ihnen einen tiefen Einblick in die Komplexität des Klimawandels vermittelt – und Sie dazu inspiriert aktiv an der Gestaltung einer besseren Zukunft mitzuwirken!

00:27:24: Vielen Dank.

Über diesen Podcast

Gibt es Gott? Und wenn es ihn gibt, warum gibt es dann so viel Schlechtes in der Welt? Können wir überhaupt irgendwas über Gott wissen oder ist Gott nur Wunschdenken?

Warum denken so viele Menschen so unterschiedlich über Gott? Und wie können Menschen unterschiedlichen Glaubens gut zusammenleben? In welchem Verhältnis steht die Wissenschaft zu Gott?

Diese und ähnliche Fragen beschäftigen uns Menschen schon seit Jahrtausenden. Das IGUW (Institut für Glaube und Wissenschaft) wurde 1999 von Dr. Jürgen Spieß gegründet, um sich genau mit diesen Themen zu befassen und so den Dialog zwischen Glauben, Wissenschaft und verschiedenen Weltanschauungen zu führen.

Für diesen Podcast verarbeiten wir einereseits etliche Beiträge der letzten Jahre, aber produzieren auch immer wieder neue Inhalte.

von und mit Institut für Glaube und Wissenschaft

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